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Deutsch

Die Geschichte von Böhmischhütten

 

„ Die Perle des Bakonyer Waldes”

 

Böhmischhütten ist ein kleines deutschsprachiges Dorf mit einer wünderschönen Lage im Herzen des Bakonyer Gebirges.

Die Gemeinde liegt im Komitat Veszprém, 25 Kilometer von Veszprém entfernt. Man kann das Dorf auf einer 4 Kilometer langen Zufahrtstrasse, die von der Landstrasse Nr. 8 bei Waschludt abbiegt, erreichen. Die umliegende Dörfer sind: Deutschhütten, Waschludt, Szentgál und Kischludt.

Der Name des Dorfes ist das Ergebnis einer Übersetzung. So kann es ein Hinweis dafür sein, zur welchen Nationalität die Gründer gehörten und woher sie genau stammten. Die Gründung des Dorfes 1761 ist gleichzeitig mit dem Bau einer Glashütte verbunden. Der Hüttenmeister aus Pille, Ferdinand Adler bekam eine Zulassung von dem Bischof von Wesprim zur Gründung einer neuen Glashütte, die als „huta bohemica“ bezeichnet wurde. So kam es 1757 zu einer Ansiedlung von Fachmännern (Glasbläsern) aus dem Tschechischen Wald. Aufgrund der bisherigen Forschungen funktionierte die Glashütte von 1761 bis 1796. Hier wurden neben verschiedenen Gläsern und Flaschen auch rundförmige Fensterscheiben in grüner und weißer Farbe angefertigt. Nach 1796 hat der Bischof von Wesprim den Betrieb wegen des Schutzes der Wälder eingestellt. Die Hüttenarbeiter verließen das Dorf und siedelten sich in Deutschhütten, Lókút und Pénzeskút an. Danach wurde Böhmischhütten ein Teil von Waschludt, ab dem Volkszählung von 1869 wurde aber das Dorf schon als eine selbstständige Gemeinde registriert. Die neuen Quellen des Lebensunterhalts im Kreis der Einwohner wurden die Landwirtschaft, Forstwirtschaft, der Bergbau und die Kleinbahn.

Ab 1830 können wir über eine Schule sprechen. Zu dieser Zeit sprachen sowohl die Schüler, als auch die Erwachsene auf Deutsch. Im Jahre 1975 wurden die Schule und der Kindergarten in der Gemeinde geschlossen, deshalb mussten die Kinder jeden Tag nach Waschludt pendeln. Heutzutage gehört das Dorf verwaltungsbehördlich zu Waschludt, verfügt aber über eine selbstständige Abgeordnetenversammlung mit eigenem Bürgermeister.

Neben der Zufahrtstrasse zwischen Böhmischhütten und Waschludt sind die Ruinen der ehemaligen Burg, namens Hölgykő zu finden. Die Burg, die vorher der Sitz des Bakonyer Waldgespanschaft war, schenkte Ludwig der Große 1378 den Karthäusermönchen. Aus den Grundsteinen der Burg ist später das Waschludter Karthäuser-Kloster erbaut worden. Von der ehemaligen Burg kann man heute nur eine Zisterne sehen.

Im Wald, zwischen den Strassen Újtelep und Fő versteckt sich eine kleine Kapelle, die zur Ehre der Heiligen Jungfrau, Maria gebaut worden ist. Nach der Legende kam Knall und Fall ein heftiges Gewitter. Ein Jäger fand keine Zupflucht, so musste er unter dem Laub eines Baumes warten. Auf äußerst wunderbarer Weise überlebte der Jäger das Gewitter und aus Dankbarkeit haute er ein Maria Bild in den Baum. Neben dem Baum wurde bald eine kleine Kapelle errichtet, die als Schutzpatronin die heilige Jungfrau, Maria hat. Am Sonntag nach dem 12. September feiern die Bewohner die Kirchweihfest der Kapelle, an diesem Tag kommen viele Gläubigen zum Gottesdienst, um die heilige Jungfrau zu ehren.

 2004 wurde eine sehr schöne Kirche mit der Hilfe von allen Einwohnern des Dorfes erhoben. Vorher fand der Gottesdienst entweder in der Schule ( im Winter) oder in der kleinen Kapelle statt.

In der Fő Strasse wurde zur Ehre der Opfer des I. und II. Weltkrieges ein Denkmal enthüllt. Neben der Kirche kann man den Trianon-Park besichtigen. Hier wurde zuerst das Millenium-Denkmal eingeweiht, später kam dazu eine Statue der Revolution und Freiheitskampf zwischen 1848-49. 2009 wurde im Park ein Denkmal zur Erinnerung an die Menschen, die ausgesiedelt worden sind, aufgestellt.

Wegen der schönen, interessanten Lage ist das Dorf ein beliebter Zielpunkt der Touristen. Die meist besuchte Plätze sind: Bakonyer-Wald, der Hajag Berg und das Öregháláser Touristenhaus.

Die Einwohner von Böhmischhütten bewahren auch heute noch ihre Traditionen, Kultur, Glauben, Sprache und deutsche Identität, soweit dies ohne einen jungen Stamm an Muttersprachlern noch möglich ist. Sie zeigen immer wieder, dass man in einem gegenseitigen Verständnis und Zusammenhalt die Ziele leichter verwirklichen kann.